Internationaler Kobane-Aktionstag erfolgreich durchgeführt (27.01.2026)
In ganz Deutschland sind am Montag, den 26.1. zahlreiche Aktivist:innen dem Aufruf zum Aktionstag „Kobane verteidigen“ gefolgt und haben ihre Solidarität mit der Selbstverwaltung in Nord- & Ostsyrien, auch genannt Rojava, und der dortigen Frauenrevolution zum Ausdruck gebracht.
Vor genau 11 Jahren, am 26. Januar 2015, befreiten die Selbstverteidigungskräfte YPJ und YPG, unterstützt von der Bevölkerung vor Ort, die Stadt Kobane vom Terror des sogenannten Islamischen Staates (IS). Dieser Sieg ist bis heute ein Zeichen der Hoffnung und ein Vorbild für den Aufbau von einer basisdemokratischen Gesellschaft.
Und genau heute wird Kobane erneut von dschihadistischen Milizen angegriffen, dieses mal unter der Führung der syrischen Übergangsregierung. Der selbsternannte Übergangspräsident al‑Scharaa, auch bekannt unter seinem Kampf-Namen Abu Muhammad al‑Dscholani, will mit seinen Truppen die Selbstverwaltung, die 12 Jahre lang in der Region bestand hatte, zerschlagen und damit die Rechte von Frauen und vielen verschiedenen Minderheiten faktisch abschaffen. Was aber vor allem auch gerade in diesem Moment in Rojava abläuft ist ein Massaker an der kurdischen Zivilbevölkerung in den Gebieten, die die Dschihadisten erobern konnten.
Verschiedene Aktionen deutschlandweit
Neben den bereits jeden Tag stattfindenden Demonstrationen, meist organisiert von kurdischen Initiativen, kam es rund um den Aktionstag, welcher von „Rheinmetall entwaffnen“, „Women Defend Rojava“ und „Riseup for Rojava“ ausgerufen wurde, zu unterschiedlichen Aktionen.
Bereits am Sonntag gab es in Villingen-Schwenningen eine kämpferische Demonstration, bei der die verschiedenen Redner:innen die Komplizenschaft der EU und der BRD mit Dscholani veurteilten.
Am Montag wurden in zahlreichen Städten wie Kassel, Frankfurt, Kiel, Nürnberg und Zürich große Banner aufgehängt, um auf die Angriffe aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass der Widerstand in Rojava hier in Europa mit voller Kraft und Entschlossenheit unterstützt wird. Damit sollte auch das faktische Verschweigen der stattfindenden Verbrechen gegen Minderheiten in Syrien und dessen Hintergründe in deutschen Medien sichtbar gemacht werden.
Besetzungen
Auch kam es von Aktivist:innen zu mehreren Besetzungen: in Köln wurde der Hörsaal 2 der Universität besetzt und die deutsche Mittäterschaft am Massaker und den Angriffen auf die Selbstverwaltung verdeutlicht und angeprangert. Auf dem Gelände wurden viele Studierende direkt angesprochen und zu der Besetzung eingeladen. Im Hörsaal selber wurden die Studierenden über die aktuelle Lage informiert und für kommende Aktionen in Köln aufgerufen. Ähnlich gingen die Besetzungen der Universitäten in Leipzig und Duisburg von statten, wo viele Studierende erreicht wurden, als verschiedene Hörsääle gestört wurden.Auch gab es Banner, Flyer und in Köln einen Die-In um auf die unzähligen Opfer der dschihadistischen Gewalt hinzuweisen, die es seit Anfang des Monats gibt.
Gegen Montagmittag kam es zur Besetzung der CDU-Zentralen in Köln und Stuttgart. Auch hier wurde darauf hingewiesen, dass die deutsche Bundesregierung die Geschehnisse tot schweigt und sogar die dschihadistische Regierung mit finanziellen Mitteln unterstützt. Zusätzlich wurde angeprangert, dass an den NATO-Partner Türkei verkaufte Waffen aus Deutschland an den aktuellen Angriffen und Massakern beteiligt sind. Die Aktivist:innen besetzten gezielt die CDU, da der Bundeskanzler Merz noch letzte Woche den Kriegsverbrecher Al-Scharaa in Berlin empfangen wollte und weiterhin eine enge Zusammenarbeit anstrebt. So äußerte eine Aktivistin in Köln: „Wir akzeptieren nicht, dass ein Kriegsverbrecher wie Scharaa in Deutschland hofiert wird, obwohl seine Verbrechen weltweit sichtbar sind. Dies passiert unter anderem, weil die CDU unbedingt Abschiebungen nach Syrien verwirklichen will – egal wie die Verhältnisse und Gefahren vor Ort sind. Wir fordern, dass die Bundesregierung und allen voran die CDU ihr Schweigen beendet und klar Position bezieht: gegen Dschihadismus und für ein demokratisches Syrien, in dem alle Menschen Platz haben!“
Blockade
In Berlin wurde heute der Eingang zum auswärtigen Amt mit Entschlossenheit blockiert und die deutsche Bundesregierung aufgefordert, das Schweigen zu brechen und die demokratische Selbstverwaltung in Nord- & Ostsyrien anzuerkennen. Die Aktivist:innen machten in aller Deutlichkeit klar: die Frauen, die damals Kobane befreit und den IS zerschlagen haben, die eine demokratische, feministische Revolution erkämpft haben, werden nun von den Banden der dschihadistischen HTS ermordet, versklavt und ihre Leichen geschändet. Daran anknüpfend wurden in Berlin lebensgroße Plakate von Kämpfer:innen der Volksverteidigungseinheiten verklebt, um die Verteidigung des demokratischen Projekts und der Frauenrevolution im Stadtbild sichtbar zu machen.
Markierung
In der Nacht auf Montag haben Aktivist:innen in München den deutschen Waffen- und Kriegskonzern „Hensoldt“ in München besucht und mit den kurdischen Farben markiert. Mit deiser Aktion wird auf die Verstrickungen der deutschen Politik und Rüstungsindustrie in diesen Krieg aufmerksam gemacht und aufgezeigt, in welchem Ausmaß diese Akteure vonm Kriegsgeschen profitieren.
Aktiv gegen Krieg – Solidarität mit dem Widerstand
Neben den benannten Aktionen haben unterschiedliche weitere Aktivitäten stattgefunden. Damit haben heute unzählige Aktivst:innen erneut gezeigt, dass die Solidarität mit der Bevölkerung Nord- & Ostsyriens und der Frauenrevolution ungebrochen ist. Dieser Kobane-Aktionstag ist aber nur der Anfang, auch in den nächsten Tagen sind viele Aktionen und Demonstrationen geplant, um die Mittäter in der EU und in Deutschland zur Rechenschaft zu ziehen und auf die Situation in Nord- Ostsyrien aufmerksam zu machen.
