Silvia Rojas-Castro (ECCHR Berlin) und Sofian Philip Naceur (Journalist, RLS Tunis)
Donnerstag 03.09. um 14:30
Zelt 3
Das Dogma „Grenzmanagement“: Neokoloniales Werkzeug im Dienste von Racial Capitalism und einer extraktivistischen Weltwirtschaft
Der Mythos von „sicherer, geordneter und regulärer Migration“ ist in öffentlichen und offiziellen Diskursen heute nahezu allgegenwärtig. Regierungen des Globalen Nordens und Südens, UN-Behörden, Medien und nicht wenige NGOs berufen sich immer wieder auf diesen Mythos, um die Einschränkung der Bewegungsfreiheit rassifizierter Menschen und Menschen aus dem Globalen Süden zu legitimieren. In diesem Workshop wollen wir darüber diskutieren, wie dieses hierarchische Verständnis von Mobilität oft durch Projekte des sogenannten „Grenzmanagements“ gefördert und umgesetzt wird. Doch wofür steht dieses abstrakte Management-Dogma eigentlich? Inwieweit fördert es extraktivistische Beziehungen zwischen Ländern des Globalen Nordens und Südens und das, was wir heute als Racial Capitalism bezeichnen? Und welche Rolle spielen Polizeibehörden, private Unternehmen und ausgebeutete Arbeiter*innen in dieser aufstrebenden Grenzmanagement-Industrie?
Debunking the ‚border management‘ dogma: A neocolonial tool at the service of racial capitalism and an extractivist world economy
The myth of „safe, orderly and regular migration“ is virtually omnipresent in public and official discourses today. Global North and Global South governments, UN agencies, the media and some NGOs appeal to this myth as a way to limit the movement of racialized people and people from the Global South. In this workshop, we will discuss how this hierarchical understanding of mobility is often promoted and implemented through so-called ‚border management‘ projects. But what does this abstract management dogma really stand for? To what extent does it fuel extractivist relations between countries of the Global North and South and what we often refer today as racial capitalism? And what role do policing agencies, private companies and exploited workers play in this emerging border management industry?
