Mit Hochtechnologie gegen MigrationVeranstaltung zu neuen Überwachungstechnologien von Frontex und Küstenwachen im Mittelmeer

Matthias Monroy (nd)

Samstag 05.09. 10:30
Zirkuszelt

Die Grenzagentur Frontex und die Küstenwachen der EU-Mittelmeeranrainer bauen ihre Überwachungsfähigkeiten zu einem mehrschichtigen System aus. Die zwei israelischen Langstreckendrohnen Heron 1, die Airbus aus Bremen im Auftrag von Frontex betreibt, sind mit elektrooptischen und Wärmebildkameras sowie Technik zur Ortung von Mobil- und Satellitentelefonen ausgestattet – mitgeführte Telefone von Schutzsuchenden werden damit faktisch zu einem Ortungssender, dessen Signale in das europäische Grenzüberwachungssystem EUROSUR einfließen. Parallel dazu greift Frontex auf Satelliten zu, die nicht nur optische und Radarbilder liefern, sondern ebenfalls Funk- und Telefonsignale aus dem All geolokalisieren und so die Lageerfassung ergänzen. Neu ist, dass die Agentur sogenannte „Leichter-als-Luft“-Plattformen in der Stratosphäre erprobt, die über Monate in 18 bis 22 Kilometern Höhe über einem Gebiet verbleiben und damit aus Sicht der EU-Grenztruppen eine bisherige Überwachungslücke zwischen Drohnen und Satelliten schließen sollen. Viele dieser neuartigen Techniken wurden ursprünglich fürs Militär entwickelt – und in vielen Fällen sogar von Rüstungskonzernen für die europäische Grenzgewalt betrieben.