Aktionskodex

Am 28. August 2020 werden wir an einem Standort der Rüstungsproduktion in Kassel eine antimilitaristische Aktion durchführen. Dieser Aktionskodex wurde von vielen Gruppen und AGs in einem kollektiven Prozess basisdemokratisch beschlossen und soll uns dabei helfen, gemeinsam Verantwortung für das Gelingen des Aktionstages und der erwünschten zahlreichen Aktionen zu übernehmen. Dieser Kodex kann auch einen Rahmen bilden innerhalb dessen andere Aktionen am Aktionstag stattfinden.

ZIEL
Das Ziel unserer Aktionen ist es, gegen die Rüstungsindustrie sowie die mörderischen Exporte von Kriegstechnik vorzugehen. Wir wollen eine breite Öffentlichkeit auf das Treiben der Konzerne und ihrer Helfer*innen in der Politik aufmerksam machen und ein klares Zeichen gegen Rüstungsproduktion setzen. Aber wir wollen auch aktiv in den reibungslosen Ablauf der Kriegsmaschinerie eingreifen. Deshalb werden wir die Eingänge und damit die An- und Auslieferung eines Rüstungsproduktionsstandorts blockieren. Wir stören und ermächtigen uns damit auch selber.

FORM
Bei unserer zentralen Blockadeaktion nutzen die meisten von uns ihren Körper, aber auch andere Blockadeformen, die die Sicherheit und die Unversehrtheit von Beteiligten nicht gefährden, sind willkommen. Die Aktion soll möglichst anschlussfähig sein und somit vielen eine Teilnahme ermöglichen. Wir versuchen ein möglichst vielseitiges, diverses Bild zu erzeugen. Dies gelingt durch die Koexistenz verschiedener, facettenreicher Formen des Protests. Wir kommen aus unterschiedlichen sozialen Bewegungen und dies soll auch deutlich werden. Verschiedene Ansätze der Kritik und unterschiedliche Herangehensweisen an Aktionen sollen sich mit dem gemeinsamen Ziel vereinen, eine friedlichere Welt ohne Militär, Krieg und Rüstung zu schaffen.

VERHALTEN
Bei der Aktion versuchen wir Entscheidungen basisdemokratisch im Konsensverfahren zu treffen. Wir achten auf unsere Umgebung und sorgen dafür, dass sich alle möglichst wohlfühlen. In der Aktion verhalten wir uns besonnen. Wir gefährden keine Lebewesen und von uns wird keine Eskalation ausgehen. Aufgrund der verheerenden Folgen der Rüstungsproduktion greifen wir zum Mittel des Ungehorsams. Wir lassen uns nicht von baulichen Hindernissen oder juristischen Folgen einschüchtern. Letztere tragen wir gemeinsam und solidarisch. Gegenüber Beschäftigten versuchen wir unsere Kritik an ihrer Tätigkeit – und nicht an ihnen als Personen – möglichst sachlich und besonnen zu äußern. Unser Hauptfeind ist die Rüstungsindustrie und nicht die Arbeiter*innen.

CORONA UND HYGIENE
Wir zeigen uns solidarisch mit Menschen aus Risikogruppen und den Gesundheitsarbeiter*innen. Dafür ist es wichtig, dass wir gewisse Hygieneregeln einhalten. Wir verzichten auf Umarmungen und Handschlag, tragen Masken und waschen oder desinfizieren uns regelmäßig die Hände. Außerdem achten und respektieren wir die Abstandsbedürfnisse anderer Menschen. Menschen aus Risikogruppen sollten sich überlegen, inwieweit eine Teilnahme an unserem Aktionstag für sie vertretbar ist. Menschen mit Krankheitssymptomen, erhöhter Körpertemperatur und Menschen, die Kontakt zu Coronaerkrankten oder zu Menschen – bei denen der Verdacht auf eine Ansteckung besteht – hatten, bitten wir, nicht an unserem Aktionstag teilzunehmen. Auf keinen Fall wollen wir, dass Menschen sich im Rahmen des Aktionstags anstecken. Dafür ist ein reflektiertes und verantwortungsvolles Verhalten aller Teilnehmenden notwendig.