Programm – Workshops und Vorträge auf dem Camp (vorläufig)

Es werden noch weitere Workshops und Vorträge hinzukommen! Das Programm werden wir entsprechend aktualisieren. Wir haben mehrere Zelte, so dass Veranstaltungen auch parallel stattfinden. Hier schon mal ein Vorgeschmack – wir freuen uns auf euch! Ganz unten findet ihr die ausführlichen Beschreibungstexte, sofern sie schon vorhanden sind sowie Ankündigungen aktueller Ausstellungen.

Vorläufiges Programm 30.08.2022 – 04.09.2022:

Dienstag, 30.08.2022

15:00 Uhr:

    • Anti-Kriegs-Café
    • Informationsstelle Militarisierung (IMI): 100 Milliarden für die Bundeswehr – Wer profitiert von der Aufrüstung?

16:45 Uhr:

    • Vorstellung Rheinmetall Entwaffnen,

18:15 Uhr:

    • Gemeinsames Willkommen

20:30 Uhr:

    • Podiumsdiskussion zur aktuellen politischen Lage

Mittwoch, 31.08.2022

09:00 Uhr:

    • Plenum

10:00 Uhr:

    • Perspectives on Internationalism from Euskal Herria – Askapena, Baskenland
    • Urgewald: Finanzierer der Rüstungsindustrie
    • GGDT:  Die deutsche Tierindustrie – Profiteure und Treiber globaler Ungerechtigkeiten

11:45 Uhr:

    • jinen ciwan: Spezialkrieg
    • Interventionistische Linke Bremen: „Für ein Klima des Antimilitarismus“ Workshop zur Verbindung von Klimakrise und Militarismus
    • Willkommen in der Rüstungsstadt Kassel

15:00 Uhr:

    • „Was tun wenn Scheiße passiert?“ Gemeinschaftliche Umgänge mit sexualisierter Gewalt
    • Kurdische Frauenbewegung: Giftgaseinsatz in Kurdistan
    • Mike O’Shea: revolutionary technological developments

16:45 Uhr:

    • Women defend Rojava: Kassel – Femizide – FLINTA*Only
    • IMI (Informationsstelle Militarisierung): Rüstung im Sahel und Grenzregime
    • A.L.I.: Desertieren – damals, heute, immer!

18:30 Uhr: 

    • FLINTA*-Treffen

20:30 Uhr:

    • Diskussions raum: „Kämpfe verbinden“

Donnerstag, 01.09.2022

09:00 Uhr:

    • Plenum

10:00 Uhr:

    • Jackie Andres (IMI): Technologisierung des EU-Grenzregimes
    • Gemeinsam Kämpfen (GK): Autonom-feministische Organisierung – FLINTA*Only
    • Italian Comrades about the struggle against RMW

11:45 Uhr:

    • Gemeinsam Kämpfen (GK): Autonom-feministische Organisierung – FLINTA*Only
    • Initiative Demokratischer Konföderalismus (IDK): Demokratischer Konföderalismus als Perspektive
    • Männlichkeit, Gender und Militär – die Geschlechterperspektive in antimilitaristischer Arbeit
    • Raki Ap: Situation and Resistance in West Papua

15:00 Uhr:

    • Caravan por el agua y la vida
    • Aktionstraining – FLINTA*-Only
    • Peter Nowak: Arbeiter*innen gegen Krieg und Militarismus

16:45 Uhr:

    • Afrique-Europe-Interact: Situation in Mali
    • Ya Basta & APIIDTT: Wo wollen wir eigentlich hin? Die Wirkung der Zapatistas in Deutschland
    • AKtionstraining: FLINTA* und Allgender parallel

18:00 Uhr:

    • Offenes Treffen

20:30 Uhr:

    • Plenum
    • Gedenken

Freitag, 02.09.2022

16:45Uhr:

    • Antifaschistischer Stadtrundgang in Kassel

18:00 Uhr:

    • FLINTA*-Treffen

19:30 Uhr:

    • Lesung: „Ellen Sterk: Verändern wollte ich eine Menge“

21:00 Uhr:

    • Kultureller Abend

22:00 Uhr:

    • Antifa-Treffen

Samstag, 03.09.2022

09:00 Uhr:

    • Plenum

10:00 Uhr:

    • Diskussion: Revolutionäre Perspektiven

13:00 Uhr:

    • Demonstration, Hauptbahnhof Kassel

16:45 Uhr:

    • Wie weiter mit Rheinmetall Entwaffnen?

18:00 Uhr:

    • Wie war’s?

20:30 Uhr:

    • Splitter im Exil Made in Germany

Sonntag, 04.09.2022

    • Abbau

Außerdem, noch ohne festen Time-Slot:

    • The arms lobby at the heart of EuropeDie Waffenlobby im Herzen Europas
    • Kurdischer Verein Kassel
    • Austausch mit ukrainischen Genoss*innen
    • Aktionstraining
    • Kriegsindustrie blockieren – Online-Input zu zivilem Ungehorsam
    • Was wird in Kassel produziert?
    • DFGVK
    • Austausch mit Künstler*innen der Documenta15
    • Theaterworkshop
    • Konzert
    • …. und vieles mehr

Änderungen noch wahrscheinlich.


Beschreibung einzelner Veranstaltungen:

Die deutsche Tierindustrie: Profiteur und Treiber globaler Ungerechtigkeiten (Mittwoch, 10 Uhr) // Aktionscamp 23.-27.9. von GgdT
Deutschland exportiert in großem Maßstab Tierprodukte. Maßgeblich für die internationale Konkurrenzfähigkeit der deutschen Fleisch-, Milch- und Eierkonzerne sind – neben der Ausbeutung der Arbeiter*innen, der Missachtung tierischer Bedürfnisse und massiver Umweltzerstörungen – insbesondere auch neokoloniale Praktiken.
Für Import-Futtermittel werden Indigene aus Regenwäldern vertrieben, Exportprodukte zerstören kleinbäuerliche Strukturen im Globalen Süden. Und nicht zuletzt während des Ukraine-Kriegs zeigt sich, dass der enorme Flächenverbrauch zum Hunger mehrere hundert Millionen Menschen beiträgt.
In diesem Workshop beleuchten wir das System von Tönnies und Co. und laden ein zum Aktionscamp gegen die Tierindustrie, das vom 23.-27.09. in West-Niedersachsen stattfindet (gemeinsam-gegen-die-tierindustrie.org/a….

“Was tun wenn Scheiße passiert?” (Mittwoch, 15 Uhr)

Für kollektive Umgänge mit zwischenmenschlicher, z.B. sexualisierter Gewalt

Grenzverletzungen und Übergriffe sind leider auch in unseren Umfeldern Teil der Realitäten. Was können wir tun, wenn eine Grenzverletzung, ein Übergriff, eine  Vergewaltigung oder Gewalt in der Beziehung benannt werden? Wie kann Solidarität mit betroffenen Personen aussehen? Und welche Schritte können jenseits von Polizei und Justiz folgen?

Es ist dringend an der Zeit, sich gemeinsam Strategien anzueignen, um kollektive Umgänge mit (sexualisierter) Gewalt und deren Folgen zu finden. Gemeinsam mit einer Person vom UmGäng-Buchprojekt werden wir ins Thema einsteigen. Das Herausgeber_innenkollektiv des  Handbuchs Transformative Gerechtigkeit freut sich über vielfältige Beteiligung beim aktuellen Buchprojekt: transformativejustice.eu/umgaeng. Und wir freuen uns, die schwierige Frage “Was tun, wenn Scheiße passiert?” gemeinsam anzugehen!

Mehr Infos und Lesestoff auf transformativejustice.eu

Rüstung und Grenzregime im Sahel und Nordafrika, Vortrag mit Pablo (IMI), (Mittwoch, 16:45 Uhr)

Die Migrationskontrolle ist ein grundlegendes deutsches und europäisches Interesse in der Afrikapolitik und wird als solches oft in Begründungen für bi- und multilaterale Finanzierungs-, Rüstungs und Ausbildungsprogrammen benannt. Für viele Machthaber in Nordafrika und im
Sahel ist sie ein Mittel zum Zwecke besser ausgerüsteter Armeen, die ihre Macht nach innen und außen absichern. Einen ähnlichen Vorteil hat es, vom Westen bzw. globalen Norden als verlässlicher Partner gesehen zu werden. Die Wahrung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und
Menschenrechten zählen da im Vergleich oft weniger.

Der Vortrag stellt Rüstungs- und Ausbildungsprogramme der (inneren) Sicherheitskräfte verschiedener Länder zwischen Marokko und dem Sudan vor, beschreibt deren spezifische Rolle in der Abwehr von Migration und
zeigt, wie dieser Ansatz oft eine nachhaltige Beseitigung von Fluchtursachen behindert, indem es diktatorische und autokratische Regimes mit kurzsichtigen und oft diskriminierenden Politiken stabilisiert.

Workshop zu autonomer feministischer Organisierung (Donnerstag, 10 Uhr)

Feminismus? das brauch ich nicht, ich bin schon emanzipiert! // Flinta* räume, spaltet das nicht meine Gruppe? // Autonome feministische Organisierung? Aber ich will doch nicht gegen meine männlichen Genossen arbeiten!

Kennst du solche Sätze? Sind dir vielleicht selber manchmal solche Gedanken gekommen, wenn du über autonome feministische Flinta*-Organisierung nachgedacht hast?
Wir glauben, solche Gedanken haben System und sind Teil von einer Machtstruktur die wir verinnerlicht haben und sie heißt PATRIARCHAT.

Für uns ist feministische autonome Organisierung ein wichtiges Instrument der Selbstverteidigung geworden. Genau wie die kurdische Freiheitsbewegung glauben wir, dass wir nur durch eine autonome Organisierung, tatsächliche basisdemokratische Veränderung schaffen können und langfristig das Patriarchat zu Fall bringen! In Rojava und anderen autonomen Gebieten sehen wir deutlich: Autonome feministische Organisierung ist die Basis gesellschaftlicher Veränderung!

Deswegen wollen wir mit euch gemeinsam in Austausch kommen über das Wie und das Warum feministischer Organisierung.

Technologisierung des EU-Grenzregimes, Jackie Andres, IMI (Donnerstag, 10 Uhr)

Das EU-Grenzregime verwendet eine weitreichende Palette an Technologien zur Grenzüberwachung: Mit dabei sind Überwachungskameras, Drohnen, Satellitenaufnahmen, Aerostaten und zunehmend mehr biometrische und KI-basierte Anwendungen. Diese teuren Technologien tragen zur Entmenschlichung der Menschen bei, die Gebrauch von ihrem Recht auf Bewegungsfreiheit machen. Der Vortrag wirft einen Blick auf den EU-Sicherheitsmarkt, die eingesetzten Technologien, ihre Schwachstellen und ihre Hersteller in der BRD – und auf den Widerstand gegen die Grenzprofiteuere, die oftmals auch Kriegsprofiteure sind. Vortrag mit Jackie Andres (IMI)

Männlichkeit, Gender und Militär – die Geschlechterperspektive in antimilitaristischer Arbeit (Donnerstag, 11:45 Uhr)

Die Frage nach der Geschlechterperspektive spielte bei der Analyse von Konflikten und Kriegen bisher eine untergeordnete Rolle. Insbesondere Frauen werden in den aktuellen gesellschaftlichen Aushandlungen meist als Opfer militärischer Konflikte betrachtet und nicht als eigenständige und handelnde Akteur*innen. Hegemoniale Männlichkeit hingegen unterstützt militaristische Logik; andere Männlichkeiten können hingegen anschlussfähig für Friedensbestrebungen sein. Klar ist mittlerweile, dass auch in militärischen Konflikten auch Männer etwa von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Analyse von Männlichkeit, um Machtstrukturen und Gehorsamsproduktion zu verstehen und zu dekonstruieren, ist für die Entwicklung friedlicher Konfliktlösungsstrategien bedeutsam.

Auch in der antimilitaristischen Arbeit ist ein Blick auf Gender also notwendiger denn je. Heute dienen gar Frauen- und Homosexuellenrechte als Begründung für geführte und zu führende Kriege. „Embedded feminism“ und „Homonationalismus“ erklären als Analysekategorien die Vereinnahmung vormals emanzipatorischer Ansätze für hegemoniale westliche Politiken. Frauenrechte und Homosexuellenrechte werden im Sinne einer „Zivilisierungsmission“ ist Stellung gebracht. Kolonialismus, Rassismus und Antisemitismus aus einer intersektionalen Perspektive in Bezug auf Friedensarbeit in den Blick zu nehmen, ist der Ansatz dieses Vortrages. Dabei soll explizit auf Leerstellen und den aktuellen Stand der Diskussion in der Friedensbewegung eingegangen werden.

Ralf Buchterkirchen wird in seinem Vortrag die Bedeutung der Geschlechterperspektive theoretisch und mit Blick auf die antimilitaristische Praxis vorstellen. Er ist eine*r der Bundessprecher*innen der Deutschen Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und bloggt zu antimilitaristischen und queeren Fragen auf verqueert.de.

Caravana por el Agua y la Vida (Donnerstag,  15 Uhr)

Über einen Monat tourte die “Karawane für das Wasser und das Leben” im Frühjahr 2022 durch Zentralmexiko. Ziel war es den mehrheitlich Indigenen Widerstand gegen  kapitalistische Zerstörung und Enteignung zu vernetzen, zu stärken und unübersehbar zu machen. Mittendrin dabei war eine Delegation aus Lützerath, dem besetzten Dorf direkt an der Kante der Kohlegrube “Garzweiler 2” im Rheinland. Wir sind überzeugt, dass wir den globalen Kapitalismus nur überwinden können, wenn wir internationale Solidarität in die Praxis umsetzen und miteinander in den Austausch kommen. Von den Erfahrungen, Eindrücken und Ausblicken der Karawane
wollen wir euch in diesem Vortrag berichten.

Arbeiter*innen gegen Militarismus und Krieg, Veranstaltung mit den Journalisten Peter Nowak (Donnerstag, 15:00 Uhr)

In den letzten Monanten gab es in vielen Ländern Proteste gegen den Krieg des russischen Regimes in der Ukraine, aber auch gegen den Hochrüstungskurs aller Nato-Länder. Dabei wird selten erwähnt, dass in vielen Ländern Arbeiter*innen an vorderster Front der Kampflinie stehen. Hier nur einige Beispele: In Italien und Griechenland haben Basisgewerkschaften in den letzten Monaten mit Streiks der Beschäftigten Transporte von Natowaffen teilweise über mehrere Tage verhindert. In der Ukraine und in Belarussland wurde der Waffennachschub von Russland in die Ukraine durch Streiks und Sabotage kämpferischer Arbieter*innen behindert. Auf der Veranstaltung wird Peter Nowak weitere Beispiele darstellen und in den historischen Kontext einordnen. Der Kampf von linken Arbeiter*innen gegen Militarismus und Krieg kann sich auf kämpferische Traditionen der Arbeiter*innenbewegung berufen, die in Deutschland weitgehend vergessen sind So gab es während des 1. Weltkriegs in allen beteiligten Staaten, auch in Deutschlands, Massenstreiks zunächst gegen die sozialen Folgen des Kriegs, dann gegen den Krieg und die verantwortliche Herrschaftsclique. In der Veranstaltung wird Peter Nowak begründen, warum diese Orientierung auch heute noch aktuell ist.

Peter Nowak arbeitet als freier Journalist (https://peter-nowak-journalist.de/ >) unter Anderem für die Direkte Aktion, die Onlinezeitung der Freien Arbeiter Union (FAU) und hat dort Artikel über Kämpfe der Arbeiter*innen gegen Krieg und Militarismus (https://direkteaktion.org/arbeiterinnen-gegen-krieg-und-militarismus/ )  veröffentlicht.

Perfomance „Splitter im Exil Made in Germany“ (Samstag, 20:30 Uhr)
Vor 41 Jahren protestierten Schüler* Innen, Lehrer* Innen und Dozent*innen für die Öffnung der Teheraner Freien Universität, die ein Jahr davor wegen der sogenannten Kulturrevolution bzw. Islamisierung der Bildung geschlossen, viele entlassen, suspendiert und exmatrikuliert worden waren. Ali Fathi, als ehemaliger Dozent war auch suspendiert. Auf dieser Demonstration wurden zwei Handgranaten in die Menge geworfen, drei Tote, hunderte Verletzte waren die Folgen. Ali Fathi, gehörte zu den Überlebenden, nachdem 37 Splitter aus seinem Körper entfernt wurden und ihm eine zweieinhalbjährige Inlandsflucht gelungen war, musste er wegen der sich fortsetzenden politischen Repressalien 1984 das Land verlassen. Ali Fathi suchte in seinem Westberliner Exil eine weitere ärztliche Behandlung auf, was ihm in Iran unmöglich war, in der Moabiter Klinik, dort eröffnete ihm ein Arzt, dass die 67 verbliebenen Splitter der Handgranaten in seinem Körper aus deutscher Produktion stammten. Fathi ist innerlich zerrissen: Das Land, das ihm ein neues Leben geschenkt hat, hat die Katastrophe erst möglich und seine Flucht verursacht, sein Leben hat sich für immer verändert. Er suchte die anderen Verletzten und fand einige in Vancouver, Arizonas, Schweden, und Berlin, setzte sich mit ihnen in Austausch und sie gründeten am 21. Juni 2020, nach 39 Jahren, die Gruppe „Splitter im Exil – Made in Germany“, die gegen dieses Verbrechen der deutschen Waffenindustrie vorgehen möchte. Eine Gruppe von Zeitzeugen, deren Leben seit diesem Tag keine Ruhe gefunden hat, viele von ihnen tragen deutsche Splitter in ihren Körpern und leben überall auf der Welt in der Diaspora. Alle Verletzten vom 21.4.1981 waren im Iran und haben den Iran – Irak Krieg erlebt, welcher ihr Leben zusätzlich beeinträchtigt hat. Sie sind nun durch den Russland – Ukraine Krieg wieder daran hautnah erinnert worden, dass das Geld aus Waffen kein gutes Geschäft sei, was mit dem Tod und Blut verschmiert ist.
Die Benennung der Gruppe im diasporischen Exil nach Made in Germany beruft sich auf einen von Ali Fathi verfassten Text mit demselben Namen, wie er seinen Erinnerungen 2017 an seine Behandlung in Moabiter Klinik in Berlin ach seiner Ankunft 1985 in Deutschland festhielt. Dem zu Folge gründete sich die Gruppe Drang im Mai 2022, nachdem sie Ali Fathi, das Stück Made in Germany und seinen transgenerationalen Ansatz durch seine Antirassismus-Arbeit kennenlernten. Drang übersetzte das Stück ins Persische, brachte die Performance am 4.7.2022 auf die Bühne, als sich die Splitter-Gruppe zum ersten Mal in Hamburg getroffen hatte. DRANG beschreibt sich, wie folgt;
„Wir gehören zu einer Generation, die die Kulturevolution im Iran oder die Revolution gegen Kultur im Iran mit allen Höhen und Tiefen nicht erlebt und gesehen haben, jedoch von deren traumatisierten Folgen in einer historischen Übertragung wohl betroffen sind. Wir stellten uns selbst einige Fragen, haben uns eingeladen, inne zu halten, nachzudenken, den Blick in die Zukunft zu richten mit der Arbeit in unserer Gruppe mit dem Stück „Made in Germany“ loszulegen“.
Inzwischen wird das Stück in verschiedene Sprachen übersetzt. Auf dem diesjährigen Rheinmetall-Entwaffnen-Camp in Kassel wird am 3.9.2022 die Performance auf Farsi und mit deutschen Untertiteln aufgeführt,
Der Aufführung folgt ein Vortrag von Ali Fathi über die Analogie des laufenden Kriegs in der Ukraine und mit dem Iran – Irak Krieg sowie einem Text mit dem Titel Zeitstrahl der „Made in Germany “.

Außerdem: Aktuelle Ausstellungen:

Der Widerstand der Frauen in Nord- und Ostsyrien
– Wie Frauen sich gegen den türkischen Besatzungskrieg organisieren –

Eine Ausstellung 2022 zusammengestellt von
Women Defend Rojava als Teil der Kongreya Star Diplomatie,
basierend auf einer Reise und vielen Gesprächen in 2019.

Es gibt ausführliche Informationen und Interviews zum Thema legitime Selbstverteidigung.
Vorgestellt werden
◦ die Selbstverteidigungseinheite YPJ
◦ die Suryoye Frauenstreitkräfte HSNB
◦ Assyrischer Verteidigungsrat der Khabour-Wächterinnen
◦ Frauenselbstverteidigungskräfte HPC-Jin
• Medizinische Arbeit – Heyva Sor a Kurd
• Presse- und Medienarbeit – die Stimme der Frauen
• der Rat der Familien der Gefallenen
• der Widerstand der Bevölkerung – zivilgesellschaftliche Organisation
• die Bewegung der jungen Frauen – Jinên ciwan
• die Organisierung der Camps der Vertriebenen
• die Stiftung der Freien Frau in Syrien – WJAS
• Diplomatie – Frauen führen ihre Gesellschaft zum Frieden
• die Kampagne „Women Defend Rojava – Frauen verteidigen Rojava“
• Vorschläge zum eigenen Handeln und ein Spendenaufruf

Es sind die Frauen, die den Aufbau der demokratischen Gesellschaft auf allen Ebenen vorantreiben. Für sie bedeutete das die Entwicklung einer freien Persönlichkeit, frei von patriarchalen und kapitalistischen Zwängen.
So waren und sind sie auch bevorzugtes Ziel der Angriffe durch den Islamischen Staat (IS), die Türkei und ihre djihadistischen Verbündeten.
Daher organisieren sie ihren Widerstand ebenfalls in allen Bereichen.
Das machen die Gespräche und Berichte immer wieder deutlich.

Ausstellung „Zwangsarbeit bei Rheinmetall – Der Weg der Erinnerung“
Die Ausstellung „Zwangsarbeit bei Rheinmetall – Der Weg der Erinnerung“ entstand nach dem antimilitaristischen Camp des Rheinmetall-entwaffnen Bündnisses 2019 am Rüstungsstandort Unterlüß in Niedersachsen. Hier produziert, entwickelt und erprobt der Rheinmetallkonzern seit über 120 Jahren Waffen und Munition. Während der Kriegsjahre 1939-1945 war im kleinen Ort Unterlüß der ganze „Kosmos“ betrieblicher Zwangsarbeit zu finden. Lager für Arbeiter:innen aus verschiedenen Ländern, je nach rassistischer Einordnung mit unterschiedlichem Status, Kriegsgefangene, ein Säuglingsheim, ein Arbeits- und Erziehungslager (AEL) der Gestapo und ein Außenlager des nahen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Die Ausstellung stellt dies vor und dokumentiert wie mit einer Gedenkaktion an den Überresten des ehemaligen KZ-Außenlagers und dem Markieren des langen Weges, den die Häftlinge damals ins Werk zurücklegen mussten, an die Geschichte der Zwangsarbeit im Ort gedacht wurde. In Bildern und Berichten schildern Überlebende des KZ- Außenlagers ihre Arbeits-und Lebensbedingungen.