Der deutsche Staat rüstet zum Krieg. Seit Monaten schon diskutieren Regierungskoalition und Opposition, wie man die Bevölkerung außerhalb der Parlamente und Chefetagen dazu bringen kann, kriegstüchtig zu werden. Seit dem 1. Januar 2026 erhalten alle Personen mit deutschen Pass zum 18. Geburtstag einen QR-Code für einen Online-Fragebogen und im Rahmen der Wehrdiensterfassung werden schrittweise alle „geeigneten“ Personen zur Musterung vorgeladen. Ab 2028 wird die Musterung für alle mit männlichem Geschlechtseintrag verpflichtend.
Für uns ist klar, dass wir uns an dieser Ertüchtigung nicht beteiligen. Militarisierung und Kriegsvorbereitung haben eine lange Geschichte – ebenso wie der Widerstand dagegen. Weltweit schließen sich Menschen immer wieder gegen Aufrüstung, Zwangsrekrutierung und Kriegsertüchtigung und soldatische Männlichkeit zusammen. Nicht nur aus den Auseinandersetzungen von damals, sondern auch aus den Kämpfen von heute lässt sich lernen. Darauf aufbauend teilen wir hier einige Überlegungen zur antimilitaristischen Praxis der nächsten Jahre.
Vor 11 Jahren am 26. Januar 2015 wurde nach monatelangen Kämpfen die Stadt Kobane vom Terror des sogenannten IS befreit. Gemeinsam konnten die Selbstverteidigungskräfte YPJ und YPG sowie die Bevölkerung vor Ort, unterstützt von weltweiter Solidarität, die grausamen Angriffe abwehren und Stück für Stück die Dschihadisten zurückdrängen.
Die Bilder aus Kobane, einer Stadt an der Türkisch-Syrischen Grenze, gingen um die Welt, und der Sieg Kobanes verbunden mit dem Aufbau eines basisdemokratischen Gesellschaftssystems war ein Hoffnungsschimmer für viele.
Heute wird Kobane erneut von Dschihadisten, diesmal im Namen der Übergangsregierung Syriens, angegriffen: gefangene IS-Kämpfer werden befreit, Menschen verschleppt und getötet und unzählige Menschen vertrieben.
Jolani und seine selbsternannte Übergangsregierung haben das Ziel die feministische Revolution und die Selbstverwaltung zu vernichten. Sie arbeiten zusammen mit dschihadistischen Milizen und werden maßgeblich gestützt durch den türkischen Staat.
Unterstützt werden sie dabei direkt durch die USA, die EU und Deutschland, die ihre eigenen Interessen in Syrien verfolgen. Für ihre kriegerische Aggression gibt es keinerlei Konsequenzen. Im Gegenteil: Es wurden sogar hunderte Millionen an Unterstützung zugesagt, während gleichzeitig Massaker und Vertreibung stattfinden. Der NATO-Partner Türkei wird weiterhin gefördert. und Damit sind deutsche Waffen erneut am Kriegsgeschehen und Kriegsverbrechen beteiligt. Die dramatischen Ereignisse werden hier völlig falsch dargestellt oder ganz totgeschwiegen, wohl auch, weil es nicht im Interesse der deutschen Regierung ist, der Selbstverwaltung zu helfen. Die solidarische Bewegung auf der Straße erfährt Diffamierung und Gewalt durch Dschihadisten, türkische Rechte und die deutsche Polizei.
Unsere Antwort auf diese Politik ist klar: Wir werden die Revolution verteidigen und die Mittäter dieses Krieges zur Rechenschaft ziehen. Wir werden den Sieg Kobanes am 26. Januar sowie die Errungenschaften der Demokratischen Frauenrevolution verteidigen.
Lasst uns die Stimme des Widerstands in Rojava nach Europa tragen und die politischen Verantwortlichen und Profiteure dieses Krieges zur Rechenschaft ziehen!
Ob Parteibüros, Medienhäuser oder Rüstungsindustrie – lasst uns am Montag, den 26. Januar das Schweigen brechen und die Revolution verteidigen!
Es lebe die Rojava Revolution! Es lebe der Sieg von Kobane!
Unsere Pressemitteilung nach dem Aktionstag ist → hier zu finden.