Communiqué zu internationaler Solidarität im gegenwärtigen Kriegsregime

Proteste gegen Krieg, Militarisierung und Imperialismus nehmen zu. Immer häufiger sind wir allerdings mit der Präsenz eines reaktionären Antiimperialismus konfrontiert, der autoritäre Regime verteidigt oder sich durch das zeigen ihrer Fahnen offensiv mit ihnen solidarisiert.

Für »Rheinmetall Entwaffnen« bedeutet internationalistische Praxis aber nicht nur, die Herrschenden und ihre Machtpolitik anzugreifen, sondern ebenso an der Seite jener zu stehen die für Befreiung, Selbstbestimmung und Würde kämpfen. Wir schmieden neue Allianzen, verschwestern uns mit Menschen, Organisationen und Bewegungen, mit denen wir uns durch emanzipatorische Ziele verbunden fühlen, unterstützen uns und lernen voneinander. Grundlegend ist unsere Haltung, dass Widerstand gegen Unterdrückung und imperialistische Kriege legitim und notwendig ist. Dabei können und wollen wir von hier aus nicht das letzte Urteil über Entscheidungen von vor Ort treffen.

Aber auch dort, wo eindeutige Bezugspunkte fehlen, weil linke und emanzipatorische Bewegungen und Organisationen systematisch zerschlagen, vernichtet und so durch reaktionäre Widerstandkämpfe abgelöst werden konnten, wollen wir nicht in Schweigen oder Handlungsunfähigkeit verfallen. Wir verteidigen die Rechte jeder Einzelnen und greifen die Komplizenschaft »demokratischer« Regierung an.

Vor dem Hintergrund dieses Selbstverständnis lehnen wir das Zeigen von Fahnen, Symbolen und die Verteidigung der Ideologien islamistischer Kräfte wie dem iranischen Regime, als auch die von monarchistischen Anhängern radikal ab. Wir sind uns darüber bewusst, das antimuslimischer Rassismus die entscheidende Ideologie hinter dem War on Terror und hinter dem Aufstieg rechter Bewegungen im sogenannten Westen im 21. Jahrhundert war. Die anti-islamische Hetze in Nordamerika und Europa diente und dient als kulturelle Legitimation für den Imperialismus, unter dem mehrheitlich muslimische Länder weltweit leiden.

Einen Schulterschluss mit reaktionären Ideologien, die wir bekämpfen, kann es trotzdem für uns nicht geben: nicht auf Demonstrationen, Veranstaltungen und Aktionen. Sich internationalistisch und antiimperialistisch zu positionieren heißt, konkrete Bewegungen, Akteur*innen und ihre politischen Ziele zu betrachten – und nicht in einfache Freund-Feind-Schemata zu verfallen, in denen die Unterdrückten automatisch als politisch progressiv gelten. Widerstand gegen den Westen ist nachvollziehbar und historisch gerechtfertigt, aber nicht jede antiwestliche Kraft ist damit automatisch als emanzipatorisch zu betrachten. Das globale Kriegsregime ist geprägt von konkurrierenden imperialistischen und reaktionären Kräften.

Konkret bedeutet das für unsere Veranstaltungen, Camps und Aktionen, Solidarität mit Unterdrückten weltweit und Betroffenen von Kriegen und patriarchaler Gewalt nicht mit der Parteinahme und Verteidigung von Regimen und Organisationen zu verwechseln, die die Rechte der Einzelnen mit Füßen treten und ihre eigene Bevölkerung unterdrücken und misshandeln.

Dieses Communiqué ist für uns Teil eines fortlaufenden Prozesses gemeinsamer internationalistischer Debatten und Praxis gegen das globale Kriegsregime, gegen Unterdrückung und Ausbeutung. Wir werden diesen Weg gemeinsam weitergehen und ihn in unseren Kämpfen weiter praktisch werden lassen.

Rheinmetall Entwaffnen, Juli 2026

Aktionstage in Berlin 10.—12. Juli 2026: Kriege beenden. Rheinmetall stoppen

Das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg soll in Berlin wieder Rüstung produziert werden. Rheinmetall will mitten in der Innenstadt Artilleriegeschosse fertigen lassen. Das werden wir nicht hinnehmen und unseren Widerstand gegen die Kriegsvorbereitungen auf die Straßen tragen. Gemeinsam gehen wir vom 10. bis 12. Juli 2026 in Aktion. Gegen den Krieg der Reichen. Für eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung.

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Theater-Tour gegen Krieg und Aufrüstung von Theater X und „Rheinmetall entwaffnen“

Mit dem Stück „Hoppla, wir sterben! – Rheinmetall: Eine deutsche Geschichte“ bringt die Berliner Gruppe S.K.E.T. politische Theaterkunst nach Bremen, Celle und Kassel

Die Inszenierung beschäftigt sich mit der Geschichte des Rüstungskonzerns Rheinmetall, der aktuellen gesellschaftlichen Militarisierung sowie der Frage, wie Krieg, Kapitalismus und politische Interessen zusammenhängen. Das Stück verbindet dokumentarisches Theater, Musik und agitatorische Elemente und knüpft an Traditionen des politischen Theaters der Weimarer Republik an.

Angesichts der aktuellen Debatten um Aufrüstung, Wehrpflicht und „Kriegstüchtigkeit“ versteht sich die Produktion ausdrücklich als kulturelle Intervention in eine gesellschaftliche Auseinandersetzung, die derzeit weit über klassische Friedenspolitik hinausreicht.

Tourtermine:

  • 06.06.2026 – Kassel 

Klimagerechtigkeit statt Kriegstreiberei

Gemeinsamer Aufruf von Ende Gelände und Rheinmetall Entwaffnen

Vom 28.05. bis 30.05. ins Ruhrgebiet!

Klimakrise und Krieg – Zwei Seiten eines zerstörerischen Systems

Weltweit eskalieren Kriege, Gewalt und Leid: Von Palästina bis Venzuela, von Sudan bis Kurdistan, von Iran bis zur tödlichen Festung Europa. Gleichzeitig plant die deutsche Regierung massiv Gaskraftwerke und Gasterminals auszubauen. Anstatt die Gesellschaft sozial und ökologisch umzubauen, forciert die Regierung die Abhängigkeit von klimazerstörerischem Gas und die komplette Ausrichtung der Gesellschaft auf Kriege. Damit ist sie nicht alleine, weltweit rüsten Regierungen fossile Infrastruktur und ihre Armeen auf. Diese Entwicklungen hängen zusammen. Sie basieren auf dem gleichen kapitalistischen System aus Konkurrenz, Zerstörung und Ausbeutung. Deswegen müssen die Kämpfe dagegen ebenfalls gemeinsam geführt werden, deshalb stellen wir von Ende Gelände und Rheinmetall Entwaffnen uns dieser Zerstörung Hand in Hand entgegen.

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Gerichtsprozess gegen die Blockade des Bundeswehrkarrierecenters

Mi. 25.03. | 12:15 Uhr | Justizzentrum Köln | Rudolph-Amelunxen-Straße

Am 27. August letzten Jahres haben 80 Aktivist*innen erfolgreich das Bundeskarrierecenter in Köln blockiert. Das Center in Köln ist die zentrale Einrichtung der Bundeswehr, die für die Rekrutierung von Soldat*innen verantwortlich ist. Es organisiert und koordiniert die Anwerbung und bald auch die ersten Musterungen.
Nun sind erste Genoss*innen im Zuge dieser Aktion angeklagt.

Unsere Aktion hat deutlich gemacht, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren – An jenem Tag, an dem die neuen Regelungen zum Wehrdienst, inklusive der Erfassung und Musterung, auf parlamentarischer Ebene beschlossen wurden, haben wir unseren Widerstand auf die Straße getragen. 💫
Wir verweigern uns der zunehmenden Militarisierung Deutschlands und dessen Normalisierung!
Wir verweigern uns dem Wunsch nach Gehorsam und Disziplin.

Kommt deshalb alle am 25. März zum Justizzentrum nach Köln und unterstützt die Genoss*innen! Wir lassen niemanden allein und wir lassen uns erst recht nicht einschüchtern!❤️‍🔥